Die Hegemonie des Ostens

TYCOS

Die erste Kurzgeschichte zu Tycos ist eine Erzählung, wie sie über Generationen hinweg weitergegeben wurde. Sie handelt von den Gedanken der ersten Siedler, die um den rechten Weg für die Zukunft ihres Volkes rangen und schildert dabei die Expansion und Entwicklung zur Technokratie - dem ersten Tycos.

Fortschritt

Eine Chance

Zu Anfang war das Feuer – jenes Element, dass uns der Kälte trotzen, unsere Feinde vernichten ließ. Mit ihm kam der Stahl, ein Erzeugnis der Flammen, der Anwendung auf Metall entsprungen. Wir formten, gebrauchten ihn zum Erbauen des ersten Walls, schufen damit die Grundlage aller Dinge. Er ermöglichte Fortschritt, die Kreaturen des Nordens prallten ab, vergingen im Hagel der Artillerie – wurden Legende. Eigenlicht glaubte keiner von uns dieser Zeit daran, dass der Norden seine Mission erfüllen, die Fehler unserer Ahnen begraben würde, doch hielt er Wort. Das Ende einer Ära ist stets Beginn der Nächsten. Geprägt von Freiheit, Perspektiven und neuen Ufern war unsere Ausgangssituation – des Volkes, dass zur Hegemonie des Ostens aufsteigen sollte. Doch vorher hatten wir die Küsten unserer Ambitionen auszumachen, wählten ein besseres, sicheres Leben, sowie Handlungsfähigkeit, um den Herausforderungen der Gezeiten gewachsen zu sein. Wir sahen Wert in Beständigkeit, übertrieben diese und verhinderten Wandel, damit Entwicklung.

Auch die anderen Ideale stießen an ihre Grenzen. Weder waren wir einig, was ein gutes Leben ausmache, noch welches Maß an Pflicht und Sicherheit mit der uns heiligen, blutig erkämpften Freiheit zu vereinbaren war. Handlungsfähigkeit auf der anderen Seite blieb die Konstante, wurde ein Synonym für Macht. Wer dominiert kann gestalten, so war es Naturgesetz. Entsprechend führten wir den Gedanken weiter, formulierten neue Grundlagen. Zuerst glaubten wir Macht manifestiere sich in Gewalt. Der Möglichkeit Perspektiven zu schaffen, notfalls Handlungen zu erzwingen – Willkür vorzubeugen oder auszuüben. Rechte und Pflichten, geeint im Rahmen eines Gewaltmonopols, erwuchsen aus dieser Erkenntnis. Der Staat war geboren. Er sollte klare Regelungen, genauer Gesetze, durchsetzen, dabei im Sinne der Allgemeinheit und Ihrer Werte handeln – unser zweiter Fehler.

In der Praxis war Gewalt schlicht Mittel zum Zweck, sofern Überzeugung nicht gewonnen oder andere Meinung akzeptiert werden konnten. Bündnisse konkurrierten um den Vorsitz ihrer Kommunen, verwandten mehr Zeit auf den Machterhalt als das Umsetzen einer langfristig effektiven Agenda. Verschiedene Modellen und Persönlichkeiten kamen zum Tragen, stiegen oft genauso schnell auf, wie sie fielen, sofern Gewalt und Manipulation nicht zur Unterdrückung der Opposition zu Tage traten. Entsprechend war es Verdruss, der als Grundkonsens unserer Gesellschaft erwuchs. Über Dekaden prägte uns dieser, unabhängig vom Wachstum unserer Zivilisation. Wir siedelten im Osten, zwischen Schluchten und Inseln, schufen verschiedenes, abhängig von den Gegebenheiten. Seefahrer und Händler ließen sich an den Küsten nieder, Steinmetze und Arkanitforscher im Gebirge. Was sie einte war der zweite Wall, jenes Konstrukt im Westen, dass ursprünglich aufgrund der Zweifel am Norden errichtet wurde. Dessen Züge verbanden Nord und Süd, schufen eine besondere Agilität, sodass verschiedene Ressourcen dort einer Verwendung zugeführt werden konnten, wo sie gebraucht wurden – ein Umstand, der dem Handel eine zentrale Rolle einbrachte und in der Gründung eines Kerndistriktes mündete – dem ersten Tycos.

Mit ihm begann die Zentralisierung, die Gründung der frühen Gilden. Handel, Bergbau, Arkanit- und Landwirtschaft – diese und andere Zweige etablierten ihre Strukturen, wurden durch ihre Abstimmung effizienter. Dies geschah im Konzil, dem Ort, an dem sich die Führer aller Gilden und Kommunen versammelten, auf Basis der Statistiken der Bürokratie Agenden festlegten – immer technokratischer herrschten, was die bloße Meinungspolitik der Kommunalen verdrängte. Die Vernunft gewann Dominanz, mit ihr das wachstumsorientierte Denken, dass auf Zahlen und Fakten basierte, die Entwicklung einer neuen Grundüberzeugung nach sich zog. Aus dem Verdruss wurde Begeisterung, die Erfolge der fortschrittsorientierten Technokratie festigte sie, forcierte umgekehrt eine Abneigung gegenüber den kommunalen Vertretern. Ihr Einfluss schwand, führte bald zu Spannungen, die schließlich durch das Stabilitäts-Garantie-Gesetz im Keim erstickt wurden. Koordiniert vom ersten Militärrat wurden die kommunalen Vertreter entmachtet und die verbliebenen Strukturen in die ortsansässigen frühen Gilden überführt – das Monopol der Technokraten manifestiert.

Damit wuchsen die Bezirke des Ostens immer mehr zusammen, boten vereint eine kontinuierlich steigende Produktivität, was das Verfolgen großer Ideen ermöglichte. Die Neugier der Tycaner kannte keine Grenzen, genauso wenig das Effizienzbestreben der Technokraten, die – unbemerkt durch die Euphorie der Massen – eine massive, militärischen Präsenz zum Schutz ihrer Strukturen konstruiert hatten. Denn so sehr sie auch überparteilich und Zahlen, sowie Fakten gesteuert waren, so brutal und konsequent mussten manche Entscheidungen getroffen werden. Ein Umstand, der in Zeiten der zunehmend verknappenden Ressourcen in Tycos zu Zerwürfnissen geführt hat

Jedes Wachstum ist endlich, jeder Fortschritt ab einem gewissen Punkt entbehrlich. Wir brauchten neue Märkte, Ressourcen zur Befriedigung eben dieser, zuletzt einen Staat, der das übergeordnete Wohl garantierte, notfalls so viel Blut vergoss, bis dieses gesichert war. Doch weder die Bevölkerung, noch die Technokraten waren willens dem letztlich düsteren Pfad zu folgen – mussten es auch nicht. Ein junger, quer denkender Technokrat artikulierte eine einfache, dennoch lang kritisierte Lösung und setzte sie durch: Die massive, territoriale Expansion, weit über die bekannten Horizonte hinaus. Somit wurden Anreize geschaffen, Infrastrukturen geplant – ein neues Leben in der Ferne versprochen. Viele nahmen diese Chance wahr, zogen hinaus in die Welt, erkundeten diese und begannen mit der Kolonisierung westlicher, vor allem südlicher Gebiete – stets gestützt vom tycanischen Konzil, deren Schutzmachtstatus sie bald zur Hegemonie des Ostens erhob.

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